VOICE / LESSON 01
Nasen- und Mundatmung beim Singen
Viele Schülerinnen und Schüler fragen mich, wie sie beim Singen atmen sollen. Die Atmung ist eine wichtige Grundlage für eine stabile Stimme. Deshalb lohnt es sich, bewusst auf das Einatmen zu achten.
Schauen wir uns zuerst an, wie die Stimme entsteht.
Atmung → Schwingung der Stimmlippen → Resonanz → Artikulation → hörbare Stimme
Der Atem liefert den Luftstrom für die Stimmgebung. Ohne eine entspannte und zuverlässige Atmung wird das Singen schwieriger.
Solltest du durch den Mund oder durch die Nase einatmen?
Als Ausgangspunkt: Versuche es zunächst durch die Nase.
Genauer gesagt kann die Nasenatmung eine gute Grundlage sein. Wenn du mehr Luft oder besonders schnell Luft brauchst, kannst du auch durch den Mund einatmen. Die Kombination beider Wege erfordert etwas Übung.
Warum kann die Nasenatmung hilfreich sein?
Einatmen durch die Nase
Die Nasengänge filtern, erwärmen und befeuchten die eingeatmete Luft.
Einatmen durch den Mund
Durch den Mund lässt sich in kurzen Pausen schnell Luft aufnehmen. Die Luft wird dabei jedoch weniger erwärmt und befeuchtet.
Für eine angenehme Stimmfunktion ist unter anderem eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung wichtig. Die Nasenatmung kann die Atemluft günstig aufbereiten. Welche Einatmung beim Singen sinnvoll ist, hängt jedoch von Phrase, Tempo und Luftbedarf ab.
Zusammenfassung
Übe eine ruhige Nasenatmung, wenn genügend Zeit bleibt. Bei langen Phrasen oder kurzen Atempausen kannst du zusätzlich durch den Mund einatmen. Schultern und Nacken sollten dabei entspannt bleiben.
Für Anfänger ist es zunächst wichtiger, den eigenen Atem bewusst wahrzunehmen, als eine starre Regel zu befolgen. Im nächsten Artikel vergleichen wir Brust- und Zwerchfellatmung.