JAZZ PIANO / LESSON 01
Jazz-Intro-Patterns, Teil 1
Eine der ersten Herausforderungen bei einer Jazz-Jam-Session ist die Aufforderung: „Kannst du ein Intro spielen?“ Viele Lernende wissen zunächst nicht, was sie spielen sollen – mir ging es früher genauso! Diese Reihe stellt zehn praxistaugliche Intro-Patterns vor. Auf YouTube findest du eine Demonstration mit Noten.
In fünf Teilen besprechen wir zusätzliche Details, die im Video zu kurz kommen. Teil 1 behandelt Pattern 1 und 2. Sieh dir zunächst die Noten an.


Pattern 1 verwendet die typische Folge Imaj7–VI7–IIm7–V7–IIIm7–VI7–IIm7–V7. In F-Dur ist D7 in den Takten zwei und sechs eine Zwischendominante zu Gm7; die übrigen Akkorde sind diatonisch. Da Intros oft vom Klavier allein gespielt werden, eignen sich Voicings ohne Grundton, wie man sie mit Bassbegleitung benutzt, hier nicht immer. Ich verwende Grundton und Septime, gelegentlich ergänzt um die Terz – oft als Bud-Powell-Voicing bezeichnet. Entscheidend ist ein fließender Übergang zur Melodie. Beginnt das Stück auf Imaj7, bereitet ein abschließendes C7 den Akkord Fmaj7 vor. Bei einem anderen Anfangsakkord kannst du zunächst nach Imaj7 auflösen und dann mit einer passenden ii–V-Verbindung zum Zielakkord führen.

Pattern 2 steigt von ♯IVm7♭5 chromatisch ab und funktioniert auch als Outro: ♯IVm7♭5–IV7–VIm7–♭VIm7–IIm7–V7. Wenn du die ersten Akkorde länger hältst, erhältst du ein achttaktiges Intro. Auch hier zielt das Beispiel auf Imaj7. Für einen anderen Anfangsakkord löst du zuerst nach Imaj7 auf und leitest anschließend mit einer ii–V zum Ziel über.
Im nächsten Teil untersuchen wir Pattern 3 und 4. Übe die Voicings langsam und achte darauf, wie das Intro die Melodie vorbereitet.